Start Allgemein Dirk Müller deckt auf: Machteliten, die Könige unserer Zeit.

Dirk Müller deckt auf: Machteliten, die Könige unserer Zeit.

Dirk Müller, ein deutscher Börsenmakler, Fondsmanager und Buchautor schilder ein beunruhigendes Szenario darüber, wie die Eliten der Macht im Hintergrund agieren, und welchen Einfluss der Bürger auf unsere Politik, wirklich hat.

Geld und Einfluss, das Tor zur Macht.

Dirk Müller ist davon überzeugt, dass es vollkommen normal sei, dass jemand, der über Geld und Einfluss verfügt, dies aufbaut und zu seinen Gunsten nutzt. Je höher man in den Strukturen der Macht aufsteigt, umso organisierter und professioneller wird es. Es steht außer Frage, dass diejenigen, die über sehr viel Geld und Macht verfügen, wesentlich mehr Einfluss auf die politischen Gestaltungen haben als der einfache Bürger. Das ist auch etwas, was man in der Realität beobachten könne. 

US Wissenschaftler haben 20 Jahre lang die politische Gesetzgebung in den USA verfolgt und dabei festgestellt, dass der Wille der Bevölkerung überhaupt keinen Einfluss auf die Gesetzgebung hat, sondern ausschließlich die Interessen der Eliten vertritt.

Adel verpflichtet, Adel regiert.

Richard Coudenhove-Kalergi, einer der Gründungsväter der Europäischen Union, hatte das ja schon lange angekündigt, indem er sagt, “Wir wurden über Jahrhunderte vom Adel dominiert, was ja auch gut und richtig gewesen sei.” Eine Aussage, über die man zweifelsohne streiten könnte, aber seine Argumentationskette ist er wert, sich diese bis zum Schluss anzuhören.

Coudenhove-Kalergi erläutert also weiter “Jemand, der in der damaligen Zeit in einem Adelshaus groß geworden ist und mitbekommen hat, wie schon der Vater oder Großvater Diplomatie betrieben haben, wie Diplomatie funktioniert, der die anderen Personen aus anderen Königreichen kannte und wusste, wer mit wem verheiratet ist oder eventuell selbst eine Zweckehe einging, der hat viel eher die Möglichkeit, Diplomatie zu betreiben als jemand, der auf einem Bauernhof groß geworden ist, 20 Jahre lang auf dem Feld gearbeitet hat und dann plötzlich sagt, so ich übernehme jetzt mal den Staat.“ Heute schmunzeln wir natürlich darüber und sagen, na klar, ist ja logisch.

Und trotzdem sind wir heute laut Kalergi, wieder an dem Punkt, dass wir sagen, wir haben eine Herrschaft der Mächtigen nebst den Reichen und Einflussreichen, was vollkommen in Ordnung sei, weil eben jemand, der es an die Spitze eines Weltkonzerns schafft oder sich ein eigenes Unternehmen aufgebaut hat, über einen ganz anderen Weitblick, Informationen und Netzwerk verfügt und daher viel eher in der Lage ist, weitreichende Entscheidungen für eine Gesellschaft zum Treffen, als jemand, der sein Leben im Fußballstadion und vor dem Fernseher verbringt.

Von Königen und Volk.

Natürlich mag man dieser Aussage zustimmen und sagen, na ja, ist sicher was dran. Die heutige Herrschaft dieser Eliten, denen man einen größeren Weitblick zutraut, ist zwar nicht das Ideal, nicht das beste, aber es könnte schlimmer sein. Nur wenn man dies so direkt beim Namen nennen würden, würde die Massen das nicht akzeptieren. Deshalb wurde diese Scheindemokratie vorne angestellt, damit die Leute das Gefühl haben, sie würden mitentscheiden, hätten ein Mitspracherecht, was de facto nicht der Fall ist.

Tatsächlich war es aber auch notwendig, eine Kontrollinstanz einzusetzen, denn das Problem war Folgendes: Das Adelssystem hat so lange gut funktioniert, solange der Adel noch einen Bezug zum Volk hatte. Solang diese enge Beziehung bestand, ist der König noch selbst in die Schlacht geritten und wusste, wie er eine Balance zwischen der Bevölkerung und dem Adel herzustellen hatte. Andernfalls hätte man ihn aus der Burg gezogen, falls das Volk das Gefühl hätte, die Mächtigen würden es übertreiben, was ja auch oft der Fall war.

Daher wurde also eine Kontrollinstanz ins Leben gerufen. Als allerdings im 18. Jahrhundert der Adel zu mächtig und zu selbstherrlich wurde, zu große eigene Armeen hatte und sich komplett vom Volk abgeschottete, denken wir z. B. an Schloss Sanssouci oder den Sonnenkönig Ludwig den XIV, da wurde die Distanz zu groß und das Volk ging auf die Barrikaden und rief zur Revolution auf. Und heute hat man wie gesagt für diese Plutokratie eine Scheininstanz unter dem Deckmantel einer parlamentarischen Demokratie, aber vor allem den Medien eingesetzt.

Damals wie heute droht die Revolte.

Dirk Müller erinnerte auf den Marsch auf das Hambacher Schloss, als es um das Recht der freien Medien ging, weil die extrem wichtig für diese Entwicklung als Kontrollinstanz waren, denn wenn jemand aus der Politik oder Wirtschaft über die Stränge geschlagen hat, zu große Sauereien oder Egoismen an den Tag gelegt hatte, gegen den Willen der Bevölkerung war, dann haben diese Medien den Mob mobilisiert und über Wochen eine Kampagne gefahren, die die Leute auf die Straße holten, und zwar solange, bis der Politiker zurückgetreten ist oder das Unternehmen seine Politik geändert hat.

Logischerweise haben natürlich diejenigen, die kontrolliert werden, kein Interesse an dieser Kontrolle, denn das stört sie. Am liebsten würden Sie sagen „Mensch, lass uns doch mal machen, das ist schon alles ganz okay, vertraut uns mal.“ Also hat man sukzessive, was ein vollkommen normaler Prozess ist, versucht, diese Kontrolle loszuwerden, indem man sich die Medien auf seine eigene Seite gezogen hat. Das funktioniert wunderbar und ist nicht so aggressiv wie etwa Korruption oder knallharte Befehle.

Dieses System ist einfach und funktioniert sehr unterschwellig, indem man entsprechenden Leute, die schon die eigene Denkweise teilen, in Führungspositionen bringt, damit diese wiederum Leute einstellen, die so ähnlich ticken wie man selbst. Denn denen muss man nicht sagen, was sie tun sollen, sie sind ja selbst davon überzeugt, dass alles so ist, wie Sie es sehen und schreiben. Und so entsteht auch in Redaktionen eine Gedankenblase, eine eigene Welt, die gar nicht verstehen kann, weshalb sich die anderen darüber aufregen, dass man die Dinge anders sieht, weil man sich ja gegenseitig bestätigt.

Für Politik und Medien gilt, die beste Kontrolle ist keine Kontrolle.

All diese Mechanismen zusammengefasst, führen in den letzten Jahren dazu, dass diese wichtige Kontrollinstanz der freien Medien, welche die Mächtigen kontrollieren, sich immer mehr zum Sprachrohr gegen jene entwickelte, die gegen die Mächtigen aufbegehren und diese kritisieren.

Genau das führt am Ende zu einer gefährlichen Situation für die Eliten selbst, so wie wir es beim Adel gesehen haben, und wird sich am Ende auch gegen diese wenden, wenn die Balance nicht wieder hergestellt wird.

Man könnte im Grunde akzeptieren, dass wir eine Elite Herrschaft haben, wenn man sagt „Hey Freunde, nehmt uns mit, respektiert die Gesellschaft, respektiert auch die Wünsche der breiten Masse und seid nicht so egoistisch und nicht zu selbstherrlich.”

Wenn aber die Kontrollinstanz nicht mehr da ist, wird man immer selbstherrlicher und egoistischer. Die Spaltung der Gesellschaft geht immer weiter auseinander und die breite Masse hat kaum eine Möglichkeit, sich dagegen zu wehren, denn sie hat keine Stimme und niemanden, der sie vertritt. 

Das Volk braucht wieder eine Stimme.

Die Gewerkschaften hatten sich einmal zusammengeschlossen und die Menschen gegen die Fabrikbesitzer und die Industrialisierung vereint. Ohne diese Gewerkschaften wäre ein Gleichgewicht der Interessen zwischen Arbeitern und Industrie niemals möglich gewesen, denn sie waren in der Lage, für beide Seiten ein gesundes Ambiente zu schaffen, welches heute fehlt.

Wir bräuchten wieder etwas mehr Stimmen für Gesellschaft und Bürger, damit eine Balance zwischen ihnen und den Großen wieder besteht.

Anmerkung von FinanzNews: In China werden sämtliche Medien von einer einzigen Instanz, nämlich dem chinesischen Zentralkomitee, kontrolliert. Sie haben also sozusagen einen einzigen Besitzer. In den USA werden 98 % aller Medienunternehmen von nur 6 Konzernen kontrolliert. In Deutschland haben fünf Familien die Kontrolle von über 90 % aller Medien. Wenn Sie also das Gefühl haben, dass die Medien alle in dasselbe Sprachrohr blasen, dass uns allen eine gewisse Denkweise indoktriniert werden soll, wissen Sie jetzt, warum.