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Goldenteignung, Mythos oder Realität?

Im Moment von der Bevölkerung völlig übersehen spielen sich im Hintergrund Dinge ab, die auf einen möglichen gold Zugriff des Staates hinweisen. Dieser Artikel von FinanzNews zum Thema einer möglichen Goldenteignung  beleuchtet den aktuellen Stand und analysiert, ob bei uns  ein Goldverbot tatsächlich möglich ist.

Dazu blicken wir kurz  auf den US-amerikanischen Markt, wo Ray Dalio, Co-Chief Investment Officer von Bridgewater Associates, kürzlich schrieb, dass der Staat, wenn es ihm an Geld mangelt, wahrscheinlich Steuern erheben und Kapitalflüsse in „andere Vermögenswerte“ wie Gold und Bitcoin verhindern wird. E.B. Tucker, ein Finanzkommentator, Autor und  großer Verfechter von Edelmetall , sagte, dass die Regierung bereits über die Werkzeuge verfügt, um dies zu tun.

Er sagt: „Man könnte auf die Idee kommen, dass die [Regierung] Ihr Haus überfallen und nach Ihrem Gold suchen wird, aber das muss sie gar nicht. Alles, was Sie tun muss, ist, die Möglichkeit zu beschränken, Gold auf dem legalen Markt zu kaufen, und dann eine Verbrauchsteuer zu erheben “.  Er bezieht sich dabei auf das Amerika der 1930 er Jahre, indem  er sich an einen Vorfall, den seine Großeltern erlebten, erinnert. Damals brachte jede einzelne Zeitung, jeden einzelnen Tag Schlagzeilen darüber, wie sehr die  US-Regierung Gold braucht. Selbst das FBI  sagte damals, wie sehr sie Gold bräuchten, dass die USA angegriffen werden würden und dass Ihre Staatskasse in Gefahr sei. Kein Bürger dieser Gesellschaft hätte damals sein Gold behalten, denn er hätte sofort als Anarchist gegolten. Die Propagandamaschine lief damals auf Höchsttouren.

Bei der ganzen Sache darf man eines nicht vergessen: Der Privatbesitz  von Gold wurde auch in Deutschland 1923, 1938 und 1945 für  für mehrere Jahre als illegal erklärt. Auf dem Höhepunkt der deutschen Inflation von 1914 bis 1923 erließ die Reichsregierung eine ganze Reihe von Gesetzen und Verordnungen, die unter anderem auch die Einziehung von Edelmetallen und Devisen im Inland sowie von Vermögenswerten im Ausland zum Ziel hatte. Mit der damaligen Verordnung wurden einige in der Weimarer Verfassung festgeschriebenen Grundrechte wie die Unverletzlichkeit der Wohnung oder  Eigentumsrecht außer Kraft gesetz. Es gab damals regelrechte Razzien, die vor allem in Großstädten durchgeführt werden.

Dieses Verbot hielt mehrere Jahre an und wurde unter den Nationalsozialisten wieder auf erlebt, ebenso unter den Alliierten. 1955 wurde dieses Verbot aufgehoben. Damit unterlag der Privatbesitz von Gold in Deutschland nach 32 Jahren keinen Beschränkungen und Verboten mehr. 

In den USA war der Besitz von Gold im Inland , als auch im Ausland zwischen 1933 und 1974 verboten. Vor diesem Hintergrund kann man besser verstehen,  warum der Post von Ray Dalio in den USA für große Aufregung sorgt. Es geht hierbei um die mögliche Beschlagnahmung von Gold durch die Regierung und seine starke Kritik am amerikanischen Steuersystem, welches alles daran setzt, einen Vermögensfluss in alternative Anlagenwerte wie Gold und Bitcoin zu verhindern, damit sich der Staat an diesen Steuererhöhungen bereichern kann. 

Dies ist auch in Deutschland nicht neu. Jedes Land führt Kapitalkontrollen durch, um zu verhindern das Geld ins Ausland geschafft wird. Vor einigen Jahren gab es in der Ukraine Bitcoin Automaten. Die Leute haben Bitcoins an diesen Automaten gekauft, um sie anschließend in einem anderen Land wieder abzuheben. Dies wurde sofort gestoppt, aus Angst, die Kontrolle über eine Gesellschaft zu verlieren, welche Ihr  Geld über die Landesgrenzen schafft. Hinzu kommt die Sorge, nicht zu wissen, wo dieses Geld ankommt. Es könnte ja auch an terroristische Gruppen gelangen. Dieser Vorgang wird seit den Terroranschlägen auf die Twin Towers in New York jedes Mal verwendet, um ein  bei der Bevölkerung unliebsames Gesetz durchzudrücken. 

Heute versuchen die Menschen ihr Geld in Sicherheit zu bringen, indem sie es in Bitcoin und Gold anlegen, damit es ihnen die Regierung nicht wieder wegnehmen kann. Selbst die EZB,  Die Europäische Zentralbank und die FED, die US-amerikanische Zentralbank, basteln fleißig an einem eigenen Digatalen Euro oder digitalem Dollar. Es stellt sich nicht die Frage, ob eine digitale Währung kommen wird, es ist nur die Frage wann alle Transaktionen die über eine Blockchain passieren, wann der Euro in einen riesigen, digitalen Vermögensspeicher gelangt.

Das Dilemma analoge versus digitale Vermögenswerte.

Gold oder Bitcoin, das ist jetzt eine Frage, die sich sehr viele Menschen  stellen. Gold ist für viele immer noch die beste Entscheidung denn sie sehen in ihm den ultimativen analogen Wert. Das Gute an Gold z.b. ist, dass sie es überall hin mitnehmen können, in Form von Münzen oder Goldbarren. Sie können es  irgendwo deponieren und eines Tages ihren Kindern geben, oder bei Bedarf verkaufen. Die Regierungen scheinen sich im Moment auch weniger für ein offenes Beschlagnahmen von Gold zu interessieren. Niemand rechnet derzeit mit Hausdurchsuchungen Razzien auf der Suche nach Gold, die in den 30er und 40er Jahren üblich waren.  Aber was die meisten übersehen ist, dass der Staat das überhaupt nicht mehr nötig hat.  Der Staat hat mehrere Möglichkeiten, sollte er wirklich unser Gold haben wollen. Einerseits wird seit Jahrzehnten der Kauf von Gold registriert. Gold anonym zu kaufen ist heute nicht mehr möglich.  Bei allen Käufen über 2000 € werden die Daten des Käufers aufgenommen. Sollte es zu kleineren Käufen kommen, bei denen man für unter 2000 € mehrmals einkauft ist der Händler verpflichtet, diese Käufe im Sinne des Geldwäschegesetzes zu melden.

Der Staat braucht, wenn er es wirklich will, keine Razzia oder Hausdurchsuchung. Er schickt Ihnen einfach einen freundlichen Brief mit der Aufforderung, ihr an dem dem Tag gekauftes Gold  beim nächsten Finanzamt abzuliefern und gegen einen digitalen Euro einzutauschen.  Er wird es Ihnen nicht stehlen. Er wird es ihnen abkaufen. Vermutlich sogar zu einem sehr, sehr guten Preis in digitaler Währung, die  der Staat unendlich herstellen kann.  Sollten Sie dem nicht nachkommen wird er Ihnen mit hohen Gefängnisstrafen drohen. Und irgendwo sitzt dann ein Beamter, überprüft jene die sagen, dass sie kein Gold mehr haben und überlegt sich, ob eine Vorladung samt Hausdurchsuchung Sinn macht oder nicht.

Aber auch das ist schon ein sehr schwarzes und fast unrealistisches Szenario.  Es gibt einen einfacheren Weg, den der Staat vermutlich gehen wird. Er braucht nur den Handel mit Gold auf legalem Wege zu erschweren und mit Steuern zu belegen.  Aber nehmen wir  einmal an der Goldpreis würde auf einmal  durch die Decke gehen, vielleicht weil es zu Abstürzen an der Börse kommt und die Aktienwerte in den Keller gehen.  Kein unrealistisches Szenario, wenn man die aktuelle Situation betrachtet. Es würde eine allgemeine, leichte Finanzpanik ausbrechen.  Die Leute würden in Edelmetalle fliehen. Was hindert den Staat daran, eine Mehrwertsteuer auf Gold einzuführen? Und was hindert ihn daran, dieses Gesetz rückwirkend zu machen? Es wäre nicht das  erste Mal, dass der Staat ein Gesetz macht  und dieses rückwirkend auf die letzten Jahre oder gar Jahrzehnte wirken lässt. Es wäre für ihn ein Leichtes zu sagen, okay, wir heben auf  Gold eine Mehrwertsteuer von 10% ein. Wir wissen, wer die letzten 10 Jahre Gold gekauft hat und schicken denen jetzt einfach eine Rechnung auf die 10% des Betrages, den sie gekauft haben. 

Laut einem FAZ Artikel aus dem Jahr 2019 besitzen Deutsche knapp 5000 Tonnen Gold in Form von Barren und Münzen. Wenn wir das Gramm Gold mit nur 40 € bewerten, ergibt das einen Gesamtwert von 200 Milliarden Euro. 10 % Steuern darauf wären 20 Milliarden. 19% Steuern fast 40 Milliarden. Und das praktisch mit einem Fingerschnipp. Bei dem Ganzen wird ein digitales Szenario, wo Bargeld vollkommen abgeschafft  und durch eine digitale Währung ersetzt wird, nicht einmal berücksichtigt. Wenn das  gemacht wird, und es wird gemacht, sie können es auf der Homepage der Europäischen Zentralbank nachlesen, sind wir nur noch einen Schritt entfernt von einem sozialen Kreditsystem, wie es in China bereits üblich ist – dem “Social Scoring”

Kapitalflucht aus den USA, so sieht die Zukunft aus.

Kein Problem, werden Sie vielleicht sagen, dann schaffe ich vorher mein Bares eben außer Landes. Aber auch hier hat der Staat bereits vorgesorgt Und sich auf eine mögliche Kapitalflucht vorbereitet. Jede Auslandsüberweisung über 13000 € wird automatisch von der Bank an das Finanzamt gemeldet. Bargeld über 10000 € muss, wenn es das Land verlässt, beim Zoll deklariert werden. Konten  und Einnahmen im Ausland müssen dem Finanzamt gemeldet werden. Wenn Sie versuchen, dies über verschiedene Scheinfirmen außer Landes zu bringen und das Finanzamt es merkt, machen sie sich strafbar.  Alle Banken weltweit sind in einem System vereint, bei dem alle Transaktionen gespeichert und von den jeweiligen Staaten eingesehen werden können. 

Die einzige legale Möglichkeit, die sich einem gesetzestreuen Bürger stellt, ist das Land zu verlassen. Aber auch daran hat der Staat gedacht, indem er ihr Vermögen mit einer 25 prozentigen Wegzugssteuer belastet. Wenn Sie also ein Haus haben, dieses verkaufen und das Land verlassen wollen, wird Ihnen der Staat 25% diese Einnahmen wieder wegnehmen.  Trotzdem hindert das etwa 250.000 Personen nichts daran, jährlich Deutschland zu verlassen.

Es gibt noch Möglichkeiten Alternativer Sachwerte, jedoch wird die Auswahl immer dünner und schwieriger. Informieren Sie sich und halten Sie die Augen offen…. 

Kann man die Inflation besiegen?

Auch hierzu hat sich Ray dalio vor kurzem geäußert, er ist der Meinung, der beste Weg Inflation zu besiegen sei, Konsum. Dalio hat teilweise Recht, wenn er  für das Ausgeben plädiert aber eben nur teilweise. Einfach nur rausgehen und alles mögliche kaufen, wäre falsch. Immobilien sehen wir von FinanzNews, z.b. als  problematisch an, denn wenn Sie 3 % ihrer Miete oder 4% versteuern müssen, zusätzlich zu all den anderen Sorgen eines Vermieters, dann  ist es diesen Aufwand sicherlich nicht wert. Sich ein Duplex in einer Stadt zu kaufen, aus dem sie vielleicht die Mieter nicht herausbekommen, die eventuelle Schäden verursachen, welche den Wert der Immobilien mindern und diese dann später keiner mehr kaufen möchte, ist auch keine gute Idee. Egal wann Sie diese Immobilien dann verkaufen, Sie verkaufen sie mit Verlust.

Ihre FinanzNews, Redaktion. 

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