Start Allgemein Markus Krall: Wir stehen vor dem Abgrund …

Markus Krall: Wir stehen vor dem Abgrund …

Willkommen bei FinanzNews. 

Heute melden wir uns, mit einem brandneuen Artikel von Dr. Markus Krall, Volkswirt, Unternehmensberater und Autor, im Gespräch mit Prof. Dr.Thorsten Polleit, Chefökonom und Honorarprofessor an der Universität Bayreuth.

In unserem Dreiteiler, gehen Markus Krall und Thorsten Polleit, auf aktuelle Fragen und Marktdynamiken, rund um den Edelmetallhandel, Gold und Silber, die Finanzwirtschaft und das aktuelle Tagesgeschehen, ein.

So ist die Lage.

Dr. Markus Krall beobachtet die aktuellen ökonomischen Geschehnisse sehr genau, und stellt dabei fest, dass wir eine ganz interessante Phase erreicht haben, denn wir sprechen seit längerem darüber, dass die Geldmengenexpansion das Zentralbankgeld der EZB, exponentiell verläuft, weil jede Krise mit frisch gedrucktem Geld übertüncht wurde. Das frisch gedruckte Geld, ist die Ursache der nächsten Krise und weil die nächste Krise mit mehr Geld übertüncht werden musste als die vorherige, bedeutet dass, dass auch die übernächste Krise wieder größer wird und noch mehr Geld braucht. Das heißt, es muss immer weiter und schneller nach oben gehen und dieser exponentielle Verlauf der Geldmenge ist empirisch beobachtbar.

Die Zentralbanken sitzen in der Falle!

Die Frage, die sich uns stellt, bleibt dieser Zusammenhang so, wie er ist? Die Antwort lautet, ja. In dem aktuellen, ökonomischen Umfeld ist es so, dass die Geldmenge sich weiter

exponentiell ausdehnt und mittlerweile sitzen die Zentralbanken in der Falle, und zwar ganz tief drin. Herr Krall ist der Überzeugung, dass die Zentralbanken genau wissen, weshalb sie in der Falle sitzen, denn jedes Nachgeben bei der Geldmengenexpansion führt sofort dazu, dass die Zinsen in Kombination mit den Inflationserwartungen steigen.

Mittlerweile wurde genügend Geld gedruckt um in den Märkten die Überzeugung durchzusetzen, dass eine Inflation kommt, worüber sich die EZB sogar optimistisch zeigt. Das muss man sich einmal vorstellen, eine Zentralbank die sich auf eine Inflation freut, ist auch mal was Neues.

Diese Kombination führt also dazu, dass jedes Nachgeben sofort zu steigenden Zinsen führt und steigende Zinsen sind natürlich etwas, was die Zentralbank in der aktuellen Lage, überhaupt nicht zulassen kann, und schon gar nicht auf lange Sicht. Würde dies geschehen, wären unsere Freunde in der europäischen Peripherie, in Südeuropa nicht mehr zahlungsfähig. Sie können sich noch nicht mal ein Prozent plus Zinsen leisten. Bei den Staatsschulden, die sie haben, würde es ihnen sofort das Genick brechen, weil Sie in all den Jahren, seit Beginn der Krise, keine Anstrengungen unternommen haben, sich strukturell zu reformieren und die Haushalte auf Vordermann zu bringen.

Der leichte Zinsanstieg, den wir jetzt in Amerika beobachten konnten, führte sofort zu einem beschleunigten Ankaufprogramm der EZB. Dabei kam es zu einem interessanten Paradox, denn die Erklärung lautete, Sie würde den Ankauf zwar beschleunigen, jedoch nicht mehr als früher. Unlogisch, oder? Auf Nachfragen erklärte die EZB, dass Sie das Gesamtvolumen des aktuellen Programms nur schneller abarbeiten wird. Aber was macht die EZB, wenn Sie am Gipfel dieses Volumens angelangt ist, wenn alles ausgeschöpft wurde? Es ist wohl kaum zu erwarten, das die Europäische Zentralbank dann über Nacht aufhört, sondern diese Aussage nur der Beruhigung unserer Nerven dienen sollte.

Wie denkt Herr Polleit über die Analysen seines Freundes, Herrn Dr. Markus Kralls und was sind seine Einschätzungen? 

Die Starken bleiben flüssig, und der Bauch der EZB wird immer fetter.

Thorsten Polleit ist der Ansicht, dass es im Euroraum darum geht, die Starken flüssig zu halten und nicht darum, eine Preisstabilität zu gewährleisten. Die maroden Staatsfinanzen vieler Länder kommen ohne das Drucken von neuem Geld nicht mehr aus und daher gibt man dem Drängen auf die EZB nach. Das erklärt, warum  jetzt noch mehr Anleihen angekauft werden und warum die Bilanzsumme der Europäischen Zentralbank, so stark zunimmt. 

Vor kurzem sind Zahlen erschienen, welche über die Basisgeldmenge hinaus informieren. Es geht hierbei um die sogenannte Geldmenge M1 und M3 wobei M1 als Bargeld und Sichtguthaben definiert wird, welches die Bürger bei ihren Banken haben. Diese Geldmenge wächst mittlerweile mit 16,5 % gegenüber dem Vorjahr ständig weiter an, wobei man berücksichtigen muss, dass die Wirtschaftsleistung im letzten Jahr um 7 % eingebrochen ist. Das bedeutet, dass sich ein gewaltiger Geldüberhang aufgebaut hat und bestätigt die Beobachtung, dass die Bilanzen der Zentralbank extrem angeschwollen sind.

Dieser Effekt zeigt sich mittlerweile auch in den Geldmengen der Geschäftsbanken. Mittlerweile haben die Staaten umgerechnet etwa 650 Milliarden Euro aufgenommen. Diese, lagern immer noch bei der EZB, aber wenn diese Guthaben als Transferzahlungen, oder Arbeitslosenzahlungen ausgegeben werden und somit in die Volkswirtschaft gelangen, erhöht sich die Geldmenge M1 im Euroraum noch einmal, um etwa 23 %. 

Das Wohnen, unser wichtigstes Konsumgut.

Daran sieht man wie gewaltig die Liquidität ist und das wird sich früher oder später in steigenden Konsumgüterpreisen oder Vermögenspreisen widerspiegeln. Wir können Inflation und Deflation nicht ausreichend bemessen, wenn wir nur auf die Konsumgüterpreise schauen, sondern müssen die Preise von Häusern, sogenannten Vermögensgüter, mit einbeziehen. Diese werden durch die Liquidität ebenfalls in die Höhe getrieben und das ist natürlich jetzt schon inflationär.

Herr Polleit Betont immer wieder, dass der Geldwert zusehends schwindet. Wer sich heute ein Haus kauft, muss für das gleiche Haus im Vergleich zu 1999, den doppelten Preis bezahlen. Darauf muss man Anleger hinweisen denn es verdeutlicht wie gerade Anleger, mit dem Euro betrogen werden.

Als Anmerkung zum Thema Geldwert, gibt Herr Krall noch zu bedenken, dass der Schein, die Konsumpreise würden nicht so stark steigen trügt, wenn man  das Wohnen nicht als Konsumgut betrachtet. 

Herr Krall fragt dann auch Herrn Polleit welche Blase, wenn man sich  jetzt mal die Blasenbildung in den Immobilienmärkten, Aktienmärkten und Anleihemärkten anschaut, seiner Meinung nach, die Mutter aller Blasen sei.

Und die Mutter aller Blasen, ist?

Herr Polleit erklärt, er sehe die Hauptproblematik in der aktuellen Zinspolitik. Wenn die Zentralbanken den Zins künstlich absenken, kommt kein Null oder Negativzins zustande. Das zu viel gespart wird, hat auch nichts mit dem Niedrigzins zu tun, sondern wird von den Zentralbanken herunter manipuliert, und wenn der Zins so stark herunter manipuliert wird, werden sich auch die Vermögenspreise, Aktienkurse und Immobilienpreise aufblähen. Das Ganze wird noch einmal, zusätzlich durch die Geldmengenausweitung angefeuert, und genau diese Geldmengenausweitung, ist nach Meinung von Herrn Polleit die größte Blase, die momentan im Anleihemarkt herumschwirrt. Er empfindet es als Unnatürlich, wenn 10-jährige Bundesanleihen, eine Verzinsung von -70 Basispunkten haben, oder italienische Staatsanleihen sich bei einer Laufzeit von zehn Jahren, der Nulllinie nähern.

Herr Krall erwähnt in diesem Zusammenhang, er hätte vor kurzem gelesen, dass wenn sich der Zins, ohne die Manipulation der Zentralbanken auf  einem normalen Niveau anpassen würde, die Anleihenkurse weltweit, um ein Drittel fallen müssten. Und da Anleihen, die bei weitem, weltweit größte Asset-Klasse darstellen, würde es hier um  Dutzenden von Billionen Dollars und Euros gehen und demnach, würde der halbe Planet in diese Blase passen.

Herr Polleit ergänzte, dass wenn der Anleihemarkt als größter Markt aufgebläht ist, dies natürlich weitreichende Folgen hat. Sollten die Anleihekurse einmal einbrechen, dann würden sich beispielsweise die Bilanzen der Banken einer Korrektur unterziehen müssen, weil ausstehende Bankkredite ja ebenfalls einen Barwert haben. Die Zentralbanken bringen die Bürger und Unternehmen in eine problematische Lage, denn das Aufblähen des Anleihemarktes, lässt sich ohne extrem große Verwerfungen nicht mehr rückgängig machen, ohne dabei eine weltweite Depression auszulösen. 

Das bedeutet die Zentralbanken müssen immer so weitermachen und das mit steigendem Tempo, bis auch der letzte Lemming über die Klippe gesprungen ist, meint Herr Krall.

Herr Polleit erklärt, er sehe die Hauptproblematik in der aktuellen Zinspolitik. Wenn die Zentralbanken den Zins künstlich absenken, kommt kein Null oder Negativzins zustande. Das zu viel gespart wird, hat auch nichts mit dem Niedrigzins zu tun, sondern wird von den Zentralbanken herunter manipuliert, und wenn der Zins so stark herunter manipuliert wird, werden sich auch die Vermögenspreise, Aktienkurse und Immobilienpreise aufblähen. Das Ganze wird noch einmal, zusätzlich durch die Geldmengenausweitung angefeuert, und genau diese Geldmengenausweitung, ist nach Meinung von Herrn Polleit die größte Blase, die momentan im Anleihemarkt herumschwirrt. Er empfindet es als Unnatürlich, wenn 10-jährige Bundesanleihen, eine Verzinsung von -70 Basispunkten haben, oder italienische Staatsanleihen sich bei einer Laufzeit von zehn Jahren, der Nulllinie nähern.

Herr Krall erwähnt in diesem Zusammenhang, er hätte vor kurzem gelesen, dass wenn sich der Zins, ohne die Manipulation der Zentralbanken auf  einem normalen Niveau anpassen würde, die Anleihenkurse weltweit, um ein Drittel fallen müssten. Und da Anleihen, die bei weitem, weltweit größte Asset-Klasse darstellen, würde es hier um  Dutzenden von Billionen Dollars und Euros gehen und demnach, würde der halbe Planet in diese Blase passen.

Herr Polleit ergänzte, dass wenn der Anleihemarkt als größter Markt aufgebläht ist, dies natürlich weitreichende Folgen hat. Sollten die Anleihekurse einmal einbrechen, dann würden sich beispielsweise die Bilanzen der Banken einer Korrektur unterziehen müssen, weil ausstehende Bankkredite ja ebenfalls einen Barwert haben. Die Zentralbanken bringen die Bürger und Unternehmen in eine problematische Lage, denn das Aufblähen des Anleihemarktes, lässt sich ohne extrem große Verwerfungen nicht mehr rückgängig machen, ohne dabei eine weltweite Depression auszulösen. 

Das bedeutet die Zentralbanken müssen immer so weitermachen und das mit steigendem Tempo, bis auch der letzte Lemming über die Klippe gesprungen ist, meint Herr Krall.

Schuldner werden besser gestellt und Gläubiger schlechter, ein Klassiker.

Laut Herrn Polleit, ist dies vermutlich schon seit mehreren Jahrzehnten der Fall. Wenn man sich die Entwicklung der Langfestzinsen in einem Chart, im Euro- oder amerikanischen Raum vor Augen führen würde, dann verläuft in beiden Währungsräumen, über die vergangenen 10 Jahren, die Linie von links oben nach rechts unten. In diesem Zeitraum haben die Zentralbanken die Zinssätze immer weiter abgesenkt und das läuft darauf hinaus, dass diese Politik hier im Euroraum so weitergeführt wird. Wenn man die gesamten, geplanten Anleihenkäufe und die gesamten Staatsschulden in die EZB verschieben könnte, dann würde die EZB zur größten Pleite-Bank der Welt, und der Staat hätte sich seiner Schulden entledigt. Diese Zeche, würde von den Bürgern und Menschen im Euroraum, vor allem von den Sparern und den Ländern die in der Vergangenheit besser gewirtschaftet hatten, mit einem sehr hohen Preis, nämlich dem einer steigenden Inflation, bezahlt.

Außerdem, fügt Herr Krall hinzu, würden vor allem die Sparer enteignet werden. Das bedeutet, dass jeder der Kapitalüberschuss erwirtschaftet hat, der Kapitalexport betrieben hat, auf diese Weise enteignet wird, was eine regionale Umverteilung zur Folge hat. Schuldner werden besser gestellt und Gläubiger schlechter, der Klassiker einer jeden Inflation, nur dass es diesmal auch über  Grenzen hinweg, zu gewaltigen Transfers kommt.