Start Allgemein Markus Kralll: „Finger weg von Bitcoin“ im Gespräch mit Bitcoin-Fan Marc Friedrich.

Markus Kralll: „Finger weg von Bitcoin“ im Gespräch mit Bitcoin-Fan Marc Friedrich.

Marc Friedrich: Bitcoin … hast Du Bitcoin?

Markus Krall: Ja, also ich habe keine….

Marc Friedrich: Markus, also das werden wir beiden gleich hinkriegen, also ich schenke Dir bald einen.

Markus Krall: Ja, also Du kannst mir gerne eine schenken, so teuer wie die im Augenblick ist.

Marc Friedrich: Also wieso hast Du keine Bitcoin, das digitale Gold?

Markus Krall: Ja ich habe das ja schon öfters gesagt, ich wünsche der Bitcoin die große Zukunft, aber ich habe eine Grundskepsis gegenüber der Bitcoin.

Marc Friedrich: Welche?

Markus Krall: Die Grundskepsis gegenüber der Bitcoin ist, es ist nichts drin. Es gibt allerdings auch noch zwei drei technische Aspekte die mich ein bisschen skeptisch stimmen.

Marc Friedrich: Fangen wir mal an mit, was ist nicht drin?

Markus Krall: Also ich kann nichts herausnehmen, also da  ist keine Deckung drin also ich kann aus der Bitcoin den Strom nicht mehr herausholen, den ich reingesteckt habe, um Ihn zu produzieren.

Marc Friedrich: Aber das ist ja der Wert, der wert ist ja praktisch Energie und Zeit charmant in den Bitcoin sozusagen introduziert.

Markus Krall: Ich kann weder Energie noch Zeit wieder daraus extrahieren. Ich kann zwar die Bitcoin so lange ich eine hab verkaufen, also wenn das Vertrauen da ist kann ich es verkaufen, das ist im Moment wohl der Fall und kann ich  mir dann davon wieder Energie, nicht aber Zeit kaufen, aber es ist nicht, so dass es in der Währung drin wäre.

Und eine der Kritiken die ich an den Zentralbanken übe, in euren Bilanzen steckt eigentlich nichts drin, da ist nur Luft, eure Bilanz ist wertlos. Ihr gebt einen Haufen Schuldscheine, die nennt ihr Geld, aber es stehen diesem nichts gegenüber.

Marc Friedrich: Ja gut ein bisschen Gold ein bisschen Staatsanleihen oder Lebens Anleihen.

Markus Krall: Ja leider viel zu wenig deswegen sage ich ja besser wäre es mit richtigen Assets, idealerweise Gold, aber es gibt ja auch noch andere Assets.

Früher war es ja mal so, die Bundesbank hat ja auch Staatsanleihen im Portfolio gehabt, das waren aber Zeiten als die Staatsverschuldung der Bundesrepublik bei über 20 Prozent des Bruttosozialprodukts lag und damit waren diese Staatsanleihen werthaltig. Ja und wenn sie werthaltig sind, weil sie rückzahlbar sind, dann konnte sich der Staat das in dieser Größenordnung leisten. Man kann auch sagen es ist nicht verschenktes,  verschwendetes Geld, und deswegen war die Bilanz der Bundesbank immer in gewisser Weise werthaltig.

Das ist die Bilanz der ECB schon lange nicht mehr, weil das Verhältnis von Staatsschulden zum Bruttosozialprodukt ja schon lange jenseits dessen ist, was in Griechenland vorgelegen hat, als da die große Krise losging. Jeder weiß, wie es geht. Nein der Punkt ist, ich kann aus der Bitcoin nichts herausnehmen aber es gibt noch 1-2 weitere technische Aspekte.

Das hat was zu tun mit den Skaleneffekten des Mining. Das Mining bedeutet ja, dass ich im Rüstungswettlauf um die Rechenkapazität bin, und umso größer mein Rechenzentrum umso billiger wird die Rechenleistung und Recheneinheit und das bedeutet, dass ich eine Konzentrationstendenz habe, deswegen hat die Zahl der Miner in den letzten Jahren stark abgenommen und immer mehr Mining findet statt an wenigen Orten, einige davon konzentriert sich an Plätzen wie China und diese Tendenz zu einer abnehmenden Zahl von Minern ist eine Tendenz zum natürlichen Oligopol, schlimmstenfalls zum natürlichen Monopol.

Wenn aber die Bitcoin über die Abnahme der Miner über diese economies of scale zu einem Monopol konvergieren würde was, ich nicht hoffe aber was ich für denkbar halte, dann bedeutet das, dass die

Dezentralität der Währung Bitcoin ad absurdum geführt wird und damit hätte ich  quasi wieder ein Player, der sich wie die Zentralbank aufführen kann.

Marc Friedrich: Aber da kann ich dich beruhigen oder muss dich sogar auch korrigieren, denn natürlich umso stärker der Preis steigt umso mehr Miner kommen auf den Markt, um natürlich Bitcoins zu schürfen, um die dann zu verkaufen, deswegen sehe ich das nicht.

Es gibt momentan ungefähr 20.000 voll nutzt, wenn nicht sogar mehr und es kommen immer mehr Miner auf dem Markt bei der preis natürlich stark steigt. Und der Bitcoin ist natürlich im deflationärer System entgegensetzt zu unserem inflationären Geldsystem weltweit, also alle Währungen sind inflationär.

Ja und ich möchte dich da wirklich überzeugend damit du auch  Bitcoin verstehst und auch Bitcoin besitzt  weil ich glaube es die größte Investmentchance in unserer Lebenszeit.

Und wenn du über diversifiziertes Portfolio sprichst dann solltest du auch wenigstens 0,1 und 0,5 Bitcoin haben, und wenn es auch nur 50 Euro sind dann kaufen wir das halt gemeinsam vielleicht, denn ich glaube Bitcoin wird uns alle noch überraschen es ist nämlich das digitale Gold und hat entgegengesetzt deflationär in der inflationären Welt und wir sehen nur das das inflationäre Geldsystem nicht funktioniert, es ist dezentral es kann nicht manipuliert werden es ist grenzenlos es ist hoch portabel, ich meine du kannst Bitcoin weltweit verschicken.

Markus Krall: Solange der Strom an ist.

Marc Friedrich: Auch wenn der Strom wieder kommt, also wenn der Strom alle ist, dann haben ein Problem.

Markus Krall: Wenn das Internet aus ist, kein Strom da ist, dann kann ich es nicht ausgeben, aber die Bitcoin geht davon nicht weg, Sie ist ja immer noch da. Wenn ich den Strom wieder aufmach, finde ich die dann immer noch vor, weil sich die block chain ja nicht verändert hat in der Zwischenzeit, das ist richtig. Insofern ist es nur eine Frage der Verwendbarkeit ja aber gerade auf die verwendbar also Geld muss halt verwendbar sein das ist eine der Eigenschaften Geld haben muss.

Marc Friedrich: Ja aber Bitcoin ist ja ein Store of Value, ein Wertspeicher, es ist kein Geld.

Markus Krall: Aber, das  natürlich jedes Medium, das ich als Geld definiere, wenn es begrenzt ist, wie die Bitcoin, welche einen deflationären Charakter hat, in einer wachsenden Wirtschaft das ist auch logisch. Deswegen hat ja auch Gold einen deflationären Charakter.

Was der Staat und die Zentralbanken an Gold so sehr hassen. Ist der leicht deflationäre Charakter weil das nämlich dem Konsumenten die Autonomie gibt, ich muss mich nur auf das Gold draufsetzen, dann habe ich eine Realverzinsung ja, die auch nicht steuerpflichtig sein kann, weil nominal habe ich ja nichts gekriegt, weil einfach alles im lauf der Zeit durch die  Produktionssteigerung immer billiger wird. Und wenn die Geldmenge nicht wächst aber die Produktionsmenge wächst und die beiden stehen sich gegenüber und langfristig die Umlaufgeschwindigkeit konstant ist muss ich ja einen deflationären Effekt erzeugen, es kann gar nicht anders sein.

Das war im Kaiserreich genauso. Im Kaiserreich war die Kaufkraft ein Goldmarkt 1914 sind deutlich höher als 1871 und nicht nur dort, sondern auf der ganzen Welt, weil die Welt einem Goldstandard gefolgt ist und die Produktivität weltweit in dieser Zeit des Goldstandards stärker gestiegen ist als jemals sonst in der Wirtschaftsgeschichte.

Die vier Geld Komponenten sagen uns ja immer die Geldmenge muss wachsen, um einer wachsenden Wirtschaft zu dienen, das ist eine Lüge, es ist eine faustdicke Lüge.

Insofern ja, die Bitcoin erfüllt auch diese Bedingungen und Du muss mich da nicht in diesem Sinne überzeugen, ich habe alle Hoffnungen, dass die Bitcoin den Weg schafft und den Wettbewerb der Währung in Zukunft bereichert und bleibt. Aber ich habe noch eine gewisse Grundskepsis.

Aber man kann natürlich auch sagen der Krall, der muss diese Grundskepsis haben der muss ja  Gold Verkaufen und das wäre auch kein Problem für mich, aber der Knackpunkt für mich ist das ich noch nicht so ganz das Vertrauen habe und ich sehr defensiv eingestellt bin in meiner Investmentphilosophie.

Also es gibt ja immer die Frage kann ich von der Krise profitieren, kann ich also zum Beispiel auch auf die Krise spekulierten die Frage kriege seit Jahren gestellt und ja ich habe einigen Leuten vor Jahren schon Empfehlung gegeben wie sie auf Krise spekulieren können.

Das waren aber typischerweise nicht Kleinsparer oder so, mache ich das einfach nicht, sondern das waren Hedgefonds. Vor drei Jahren mit einem Hedgefond in London diskutiert, die wollten wissen, was sie mal wie sie darauf spekulieren können, sage ich geht und schaut auf Banken. Die haben sich jetzt schon richtig daran verdient. Weil ich gesagt habe,  die Banken die sind jetzt schon in der Krise die laufen in eine noch viel größere Krise und dann ist es logisch, dass die Aktienwerte der Banken fallen müssen,  also schaut, auf Banken zu gehen war die letzten drei Jahren eine super Strategie Zum Beispiel vor zwei, zweieinhalb drei Jahren, da hatte mich mal der Professor Otte interviewt bei einem seiner Investoren Meetings glaube ich, und da habe ich genau das gesagt, wir sollten auf die Banken schauen, das kann jeder im Internet nachschauen, dass ich das gesagt habe, und jeder der das gemacht hat natürlich ein Spekulationsgewinn erzielt der sehr groß war. Aber es ist eine aggressive Strategie, und wenn Du mich fragst wie ich investiert bin, ich bin defensiv investiert,  immer und das ist auch das Portfolio, was ich dem Menschen empfehle, weil ich bin ich bin kein spekulativer Typ.

Marc Friedrich: Aber ich glaube, selbst Du könntest zum Beispiel ein Prozent Deines Gesamtvermögens in Bitcoin investieren. Wenn was schiefgehen würde bei diesem Experiment, dann könntest Du das aushalten und wärest nicht hier in Frankfurt unter einer Brücke am Betteln und so aber tatsächlich glaube ich, es ist life changing es ist ein game  changer weil Bitcoin ist hat das erste wirklich limitierte Gut wo wir die absolute Anzahl, den Deckel benennen können mit 21 Millionen Einheiten im Jahr 2140. Wir beide wissen nicht wie viel Gold oder Silber in der Erdkruste noch schlummert oder auf irgendwelchen Meteoriten herumschwirrt das heißt da haben wir wirklich eine klare Grenze mit 21 Millionen Einheiten und ich würde wirklich jedem empfehlen, weil selbst alle Millionäre auf der ganzen Welt könnten sie nicht einen Bitcoin leisten, weil es vielmehr Millionäre gibt als diese 21 Millionen.

Markus Krall: Ja es gibt eine Theorie das unvorstellbare Mengen Gold im Erdkern geben soll, weil das ja alles durch die Schwere dahin herabgesunken sein soll, aber selbst wenn wir dran kämen, wäre das schwierig denn der Erdkern ist ja radioaktiv weil da alle Schwermetalle tummeln, also auch Uran und was es sonst noch alles gibt, denn alles, was schwer es geht, halt nach unten und insofern mache ich mir da nicht so große Sorgen. Und ja im Weltall alles Gold, das wir haben kommt aus dem Weltall, das Problem sind natürlich da die Mining-Kosten aber über Mining-Kosten und Bitcoin muss ich dir nichts erzählen.

Marc Friedrich: Was waren die zwei technische Fragen die Du an Bitcoin hattest, ich meine Du hattest ja da deine Zweifel.

Markus Krall: Das eine, dass eine war die Frage der Stromversorgung, Internet Stabilität, dass andere war die Frage eingebaute Tendenz zum Oligopol, wobei Du sagst, Du kannst mich da beruhigen.

Es gibt zwei Gleichgewichtspfade für das Problem. Der eine ist wachsender Wert. Schnell wachsender Wert,  aber irgendwann geht es auch in  eine S-förmige Struktur und in dem Moment wo es nicht mehr schnell wächst, wird die Attraktion für neue Miner kleiner aber die economies of scale gehen nicht mehr weg. Das heißt also je nachdem wo das leveling oft kommt ja irgendwann ist man an dem Punkt wo eine Tendenz zur Konzentration sich durchsetzt und dann ist eben die frage, ob die Community bis dahin Sicherungsmechanismen eingebaut hat die dieser Tendenz zur Konzentration vorbeugt und da würde ich empfehlen mal dringend darüber nachzudenken, weil wenn es nämlich erst mal so weit ist dass einer die Mehrheit haben kann, dann kann er im Grunde genommen viele Dinge aushebeln und kann viele Dinge machen, die sonst nicht möglich wären und die auch möglicherweise dem Sinn und Zweck der ganzen Konstruktion widersprechen würden und da habe ich eben die Befürchtung es könnte so self destruct sein, der da drin steckt ja, mathematischer self destruct durch den Konzentrationsprozess aber es ist nur eine Hypothese.

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