Inflation: Verlassen Sie sich nicht auf die Regierung

Inflation und eine unzuverlässige Regierung sind der Grund, weshalb unsere Angst vor einer neuen Rezession wächst. Die seit Jahresbeginn historisch hohe Inflation hat die EU fest im Griff. Um die Teuerung einzudämmen, will die Europäische Zentralbank in diesem Monat den Leitzins etwas anheben. Doch der Plan ist mit großen Risiken verbunden – besonders für hoch verschuldete Euro-Länder wie Griechenland, Italien und Spanien. Ein Zinsanstieg wird die Ungleichheit zwischen den Staaten in der Währungsunion noch weiter wachsen lassen.

Auch für Privatanleger ist die geldpolitische Reaktion der EZB eine Gefahr. Durch die hohe Inflation macht das klassische Sparen derzeit keinen Sinn. Die Aktienmärkte sind nun aber auch keine Anlage-Option mehr. Eine sichere Geldanlage ist in diesen Tagen deshalb nur schwer zu finden. Und die Situation wird in den kommenden Monaten noch komplizierter werden.

Mit Nebelkerzen politische Fehler vertuschen

Inflation: unzuverlässige Regierung
Das Ausblenden anderer Währungen ist der größte Mangel in deutschen Portfolios zu Zeiten der Inflation.

Einige besonders schlaue Experte versuchen es nun mit Nebelkerzen. Laut Thomas Lehr wird der Euro nicht zerbrechen. Lohr ist Kapitalmarktstratege bei Flossbach von Storch. Zitat: „Der Euro wird nicht auseinanderfallen, aber wir werden auch noch eine dritte und eine vierte Eurokrise erleben.” In Bezug auf das Anlageverhalten der Deutschen kritisiert er: „Das Ausblenden anderer Währungen ist der größte Mangel in deutschen Portfolios.“ 

Wir bei den FinanzNews sehen das etwas anders. Es ist momentan egal, ob Sie als Privat-Anleger nur in Euros investieren, oder auch Dollars, Pfund und Yen im Portfolio haben. Ihr Vermögen geht den Bach runter – egal in welcher Fiat-Währung.

Außerdem ist es garnicht so einfach, mal eben ein paar Dollar-basierte Investments zu machen. Da will uns der Herr Lehr die Taschen vollhauen mit nicht relevantem Geschwurbel.

Privatanleger leiden in der EU

Inflation: unzuverlässige Regierung
Privat-Anleger leiden momentan in der EU.

Wir leben weder in Japan noch in den USA. Wir Privat-Anleger leben und leiden in der EU. Und hier sieht es momentan denkbar schlecht aus. Es gibt zwar mit dem Euro eine gemeinsame Währung, aber keine Fiskalunion zwischen den europäischen Staaten – so wie beispielsweise in den Vereinigten Staaten. Dieser Umstand wird uns momentan zum Verhängnis. Es ist ein Grundproblem der EU, und es wird leider auch in absehbarer Zeit nicht aus der Welt zu schaffen sein. Kein Wunder bei dieser Inflation nebst unzuverlässigen regierung.

Währenddessen trifft uns die Inflation mit aller Wucht. Die stark steigenden Preise belasten viele Firmen, besonders im Mittelstand. Unsere Angst vor dem wirtschaftlichen Absturz ist groß. Für Geringverdienerfamilien reicht das Geld schon lange nicht mehr. Die hohe Inflation sorgt für ein bisher nicht gekanntes Phänomen: für Armut trotz Job.

Inflation, eine unzuverlässige Regierung und Armut trotz Job

Inflation: unzuverlässige Regierung
Die Zahl der Familien, die angesichts der gestiegenen Preise nicht mehr über die Runden kommen, ist seit Januar deutlich gewachsen.

Die Zahl der Familien, die angesichts der gestiegenen Preise nicht mehr über die Runden kommen, ist seit Januar deutlich gewachsen. Wir sehen immer mehr Familien, die berufstätig sind und bei denen am Ende des Geldes noch zuviel Monat übrig ist. Der an Wert verlierende Euro macht dieses Phänomen möglich.

Wir sehen auch, wie viele mittelständische Handwerksbetriebe in allen möglichen Branchen krampfhaft versuchen, der Preisexplosion bei Energie und Rohstoffen irgend etwas entgegenzusetzen. 

Es rumort auch bei den Gewerkschaften. Die wollen nun konsequente Anpassungen der Löhne an die Inflation. Kanzler Scholz hat schon Muffensausen. Die Preis-Lohn-Spirale könnte so an Fahrt aufnehmen. Der Kanzler empfiehlt stattdessen einmalige steuerfreie Zahlungen. Seine Hoffnung ist, dass die Inflation bald vorüber sei. 

So sieht sie aus, unsere „kompetente“ Regierung

Inflation: unzuverlässige Regierung
Verlassen Sie sich nicht auf die Regierung. Im Kampf gegen die Inflation ist vor allem die Europäische Zentralbank in der Pflicht.

Der Ansatz ist natürlich falsch. Jeder durchschnittlich gebildete Ökonom weiss das. Verlassen Sie sich deshalb nicht auf die Regierung. Im Kampf gegen die Inflation ist vor allem die Europäische Zentralbank in der Pflicht. Die EZB müsse deutlich entschlossener die Zinsen anheben. Warum?

Das ist einfach erklärt. Über den dann steigenden Euro-Kurs werden Rohstoff- und Energieimporte automatisch wieder günstiger. Der Staat muss sich dagegen zurückhalten, wenn es um Lohnverhandlungen geht. Auch innerhalb der Ampel-Koalition erhält Kanzler Scholz bislang keine uneingeschränkte Unterstützung beim Thema Einmalzahlungen. Während Grünen-Chefin Ricarda Lang von einem spannenden Vorschlag spricht, ist die FDP eher kritisch. Fraktionschef Christian Dürr hält es für besser, die Steuersätze an die Inflation anzupassen, um die Arbeitnehmer so dauerhaft zu entlasten.

Mal schauen, wie lange es dauert, bis die Damen und Herren Politiker sich auf einen sinnvollen Weg zur Bekämpfung der Inflation einigen. Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt trotz Inflation und unzuverlässiger Regierung.

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